Wolfgang Kettnaker – von Dürmentingen in die ganze Welt

Gerade einmal 23 Jahre alt war Wolfgang Kettnaker, als sein Vater verstarb und er das Erbe der 1870 gegründeten Möbelmanufaktur antrat.

Wohl niemand im 1.700 Seelen Dorf Dürmentingen hätte damals gedacht, dass die Marke Kettnaker wenige Jahre später die ganze Welt erobert und Umsätze im mehrstelligen Millionenbereich generiert. Wir verraten, wer der Mann hinter dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte ist.

Von neuen Wegen und internationalen Durchbrüchen

Als Wolfgang Kettnaker 1990 die Zügel der Familienmanufaktur in die Hand nahm, hatte er zwei Möglichkeiten. Weitermachen wie bisher oder neue Wege beschreiten, die naturgemäß immer mit Risiken verbunden sind. Er entschied sich für letzteres und legte damit den Grundstein für eine Marke, die heute auf der ganzen Welt wohl jeder kennt, der sich mit gehobener Wohnkultur und Designermöbeln auseinandersetzt. „Das war nicht ganz einfach, neue Wege zu gehen, aber es hat funktioniert“, sagt Kettnaker heute. Jedoch brach der Geschäftsmann nicht mit allen Traditionen. Handwerk in Perfektion, beste Materialien, hohe Verarbeitungsstandards und ein außerordentlicher Qualitätsanspruch blieben fest in der Unternehmensphilosophie verankert.

Kettnaker

© Kettnaker

Aber: die Möbel wurden flexibler. Modularer. Einzigartiger. Heute gleicht kein Kettnaker Möbel dem anderen. Von 100.000 Einzelteilen sind im Schnitt gerade einmal drei identisch. Bei Kettnaker wird der Kunde zum Designer. Dabei bestimmt er nicht nur einmalig Maße, Aufteilung und Form seines Möbels, sondern kann dank des charakteristischen Fronten-Wechselsystems sein Möbel jederzeit nach Belieben anpassen. 

wolfgang kettnaker

© Kettnaker

Der Junge vom Land

Was Wolfgang Kettnaker auszeichnet – und durchaus auch von anderen Branchengrößen unterscheidet – ist seine Bodenständigkeit. Der Junge vom Land ist heute der Mann vom Land. Ein Mann, der gerne etwas länger schläft, morgens im Bad lediglich ein paar Minuten für das Zähne putzen und Duschen benötigt und seinen Kindern das ermöglicht hat, was er selbst als kleiner Junge liebte: Baden im Baggersee, auf Wiesen und Feldern spielen und Baumhäuser bauen. Einzig und allein sein Handgelenk verrät Dritten, dass es sich um einen Mann handelt, der im Leben viel erreicht hat. Seine Rolex ­Explorer II legt Wolfgang Kettnaker nämlich grundsätzlich nur dann ab, wenn sie repariert werden muss. Aber auch sie stellt für ihn kein Statussymbol dar, sondern vielmehr einen analogen Anker in einer hektischen Zeit, der ihn seit mehr als einem Vierteljahrhundert begleitet und ein Stück seiner eigenen Lebensgeschichte widerspiegelt. Und im Gegensatz zu seinen Möbeln, darf die Rolex daher ruhig den ein oder anderen Kratzer haben.

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