Vom Schurwoll-Teppich bis Beni Ourain

Unser Teppich-Lexikon klärt auf: handgeknüpft, getuftet, gewebt, aus Seide, aus Schurwolle oder in der Langflor-Edition – die Welt der Teppiche ist vielfältig.

Wir erklären die unterschiedlichen Teppich-Arten sowie Materialien und zeigen einige ganz besondere Stücke von renommierten Designern, die perfekt in Ihr Zuhause passen.

Teppich-Lexikon: Die Herstellungsarten

Teppiche entstehen durch unterschiedliche Methoden und Techniken. Wir stellen die verschiedenen Arten vor und verraten, welche Eigenschaften sich aus ihnen für die fertigen Produkte ergeben.

Geknüpfter Teppich

Das Knüpfen ist nahezu so alt wie das Weben und basiert auch auf letzterem. Ein Grundgerüst aus Kettenfäden bildet die Basis, daran wird dann das Florgarn Reihe für Reihe geknotet, das in der Regel aus Wolle oder Seide besteht. Premium-Anbieter wie Domaniecki Carpetence vertrauen bei der Herstellung ihrer Design-Teppiche auf die traditionelle Knüpftechnik aus Tibet, die seit Generationen weitergegeben wird und einzigartig in der Welt ist. (Handgeknüpfte) Teppiche bewegen sich aufgrund der aufwändigen Herstellung im oberen Preissegment. Hier gilt die Faustregel: je höher die Anzahl der Knoten, desto höher der Preis.

teppich von domaniecki

© Teppich von Domaniecki Carpetence

Tuft-Teppiche

Der Begriff Tuften ist nicht so bekannt wie seine Geschwister, basiert aber auf einer Jahrtausende alten Tradition (die ersten Tuft-Versuche machten bereits die alten Ägypter im 2. Jh. n. Chr.). Das Wort leitet sich vom englischen Verb „to tuft“ ab, was in etwa „mit Büscheln verzieren“ bedeutet. Mittels Nadeln wird das Florgarn in das Grundgewebe eingebracht. Die so genannten „Greifer“ halten das Garn fest und lassen Schlaufen (Polnoppen) entstehen, bevor die Nadeln zurückgezogen werden. Auf diese Art entsteht dann ein so genannter Schlingenflorteppich. Werden die Schlaufen anschließend aufgeschnitten, entsteht die typische „Büschel-Optik“ und aus dem Schlingenflorteppich wird ein so genannter Schnittflor- bzw. Velourteppich. Die meisten Teppiche, die weltweit produziert werden, basieren auf der Tuft-Technik. Je nach Qualität (Abstand der Nadeln untereinander) und nach Herstellungsweise (industriell, von Hand oder von Hand mittels „Tuft-Pistole“), erstrecken sich Tuft-Teppiche preislich „von bis“.

Webteppich

Das Weben ist eine der ältesten Techniken für die Verarbeitung von Wolle und Garn. Traditionell werden zwei Fadensysteme rechtwinklig miteinander verkreuzt. Die quer verlaufenden Fäden bezeichnet man als „Schuss“, die vorgespannten, senkrechten Fäden als „Kette“. Gewebt wird heutzutage entweder durch Maschinen oder noch von Hand mit Hilfe eines Webstuhls.

Teppich-Lexikon: Beliebte Teppich Arten

Von Kelim bis Dhurrie – es gibt viele Teppich-Arten, die sich international durchgesetzt haben und besonderer Beliebtheit erfreuen. Wir stellen sie in unserem Teppich-Lexikon vor.

Kelim-Teppich

Der Kelim ist ein handgewebter Orientteppich, der traditionell flachgewebt wird. Er besteht in der Regel aus Wolle, zeigt auf der Vorder- und Rückseite das gleiche Motiv und wird in Ländern wie der Türkei, dem Iran oder Marokko hergestellt. Der Begriff Kelim leitet sich von dem türkischen Wort „kilim“ für Webteppich ab.

kelim teppich von jan kath

© Bidjar Enjoy by Jan Kath (Preis auf Anfrage)

 

Beni Ourain Teppich

Beni Ourain Teppiche (oder als „Benni Urein“ oder „Beniquarein“ bezeichnet) werden von marokkanischen Berberfrauen im nördlichen Atlasgebirge gewebt und geknüpft. Sie bestehen aus der Wolle einer alten Schafrasse, verfügen nur einseitig über Fransen und sind häufig ungefärbt. Der typische Look eines Beni Ourain Teppichs zeigt geometrische Formen, Gitter oder Linien in Schwarz oder Braun auf einem hellen Grund. Je nach Tradition des jeweiligen Berberstamms (es gibt 17 verschiedene), finden auch Buchstaben aus dem Berber-Alphabet oder Talisman-Symbole den Weg auf den Teppich. Trotz ihrer Herkunft passen Sie häufig sehr gut in skandinavisch angehauchte Einrichtungskonzepte.

Dhurrie-Teppich

Die indische Teppich-Art wird traditionell gewebt und ist unter Kennern auf der ganzen Welt bekannt. Dhurrie-Teppiche bestehen meist aus reiner Baumwolle, sind sehr robust und zeichnen sich durch eine besondere Farbenpracht und ein auffälliges Design aus.

Shaggy-Teppich

Beim Shaggy-Teppich ist der Name Programm. Im Englischen bedeutet „shaggy“ in etwa zottelig und struppig. Shaggy-Teppiche verfügen daher über einen sehr kuscheligen und üppigen Flor und werden auch als Flokati bezeichnet. Je nach Qualität bestehen Shaggy-Teppiche in der Regel aus Wolle oder Kunstfaser – dementsprechend groß ist auch die Preisspanne.

Teppich-Lexikon: Die Materialien

Wir stellen die gängigsten Materialien vor, die bei der Teppich-Herstellung verwendet werden und klären über deren jeweilige Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile auf.

Seidenteppich

Seidenteppiche bewegen sich im oberen Preissegment und wirken aufgrund ihres natürlichen Glanzes besonders edel. Das Material selbst wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen und anschließend verwebt. Seide ist ein relativ empfindliches Material und nur schwer zu reinigen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Teppiche aus Seide nicht im Flur, Kinderzimmer, der Küche oder anderen Räumen zu platzieren, die Kindern, Tieren oder dreckigen Schuhen ausgesetzt sind. Wer Seidenteppich liebt, aber Sorge vor einer Verschmutzung der edlen Textilien hat, entscheidet sich alternativ für einen Wandteppich aus Seide.

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© Walter Knoll

Schurwollteppich

Teppiche aus Schurwolle verfügen über eine hohe Wärmewirkung, sind schmutzabweisend, elastisch und laden sich nicht elektrostatisch auf. Mit dem Begriff Schurwolle wird die Wolle bezeichnet, die von einem lebendigen Schaf geschoren wird. Wolle von geschlachteten oder verendeten Tieren sowie Wolle aus Alttextilien darf sich nicht mit diesem Begriff schmücken, der sogar weltweit geschützt ist. Konsumenten können Teppiche aus reiner Schurwolle leicht an dem internationalen Woolmark-Logo erkennen. Besonders beliebt sind Exemplare aus neuseeländischer Wolle.

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© Iris by Fabula (ab 500 €)

Kunstfaserteppich

Teppiche aus Kunstfaser sind sehr preisgünstig und bestehen aus Faserarten, die durch chemische Verfahren gewonnen werden. Einige dieser Fasern verfügen bewusst über Gemeinsamkeiten mit Naturfasern (z. B. Viskose und Baumwolle). Kunstfasern lassen sich sehr leicht verarbeiten sowie färben und sind in der Regel besonders robust sowie farbbeständig. Zu den Kunstfasern zählen auch Synthetikfasern wie Polypropylen oder Polyester. Teppiche aus solchen Materialien eigenen sich gut für den Einsatz in der Küche, im Flur, Badezimmer oder auch auf der Terrasse.

Baumwollteppich

Baumwoll-Teppiche bewegen sich in der Regel im unteren bis mittleren Preissegment. Die Naturfaser lässt sich sehr leicht verarbeiten, spinnen und färben. Das Material selbst gilt als besonders pflegeleicht, scheuerfest und widerstandsfähig. Aus diesem Grund lassen sich viele Baumwoll-Teppiche sogar in der Waschmaschine reinigen. Teppiche aus Baumwolle eignen sich daher gut für Räume, in denen das ein oder andere Malheur passieren kann (z. B. Kinderzimmer). Auch Menschen, die empfindlich auf Schurwolle reagieren oder sich gegen Kunstfasern aussprechen, sind mit Modellen aus Baumwollen gut beraten.

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