Shaker-Chic – der neue (unbekannte) Wohntrend

Shaker-Stil Möbel sind angesagter denn je – und dennoch können viele Menschen mit dem Begriff zunächst zur wenig anfangen. Wir erklären, woher der Einrichtungsstil kommt, was ihn ausmacht und wie er sich in Ihrem Zuhause optimal umsetzen lässt. 

Vorab sei so viel verraten: es gibt keinen Platz für Nippes oder romantische Gemütlichkeit. Stattdessen im Fokus: Schlichtheit, Funktionalität und natürliche Materialien. Das gilt übrigens nicht nur für klassische Wohnmöbel, sondern auch für Küchen.

Der Shaker-Stil – natürliche Leichtigkeit und hohe Funktionalität

Der Shaker-Stil zeichnet sich vor allem durch den Verzicht auf alles aus, was überflüssig erscheint (und meistens auch ist). Stattdessen dominieren funktionale Möbel und Haushaltsgegenstände aus natürlichen Materialien, die idealerweise über eine hohe Funktionalität und eine puristische Gestaltung verfügen. Von der Trittbank bis zum Kerzenhalter geht es äußerst schlicht und beinahe schon karg zu. Gutes Handwerk wird bei diesem Einrichtungsstil ebenso geschätzt wie klare Linien und harte Kanten. Rundungen gibt es zwar auch, aber nur sanft und keinesfalls verspielt. Denn Platz für Schnörkel bietet der Shaker-Chic nicht. Auch diejenigen, die es gern knallbunt mögen, kommen bei diesem Wohntrend definitiv nicht auf ihre Kosten. Woher aber kommt dieser natürliche und funktionale Stil, der sich wachsender Beliebtheit unter Einrichtungsexperten erfreut? Um diese Frage zu beantworten, muss man bei dem Begriff „Shaker“ ansetzen. Wer in diesem Zusammenhang an wildes Cocktail-Gemixe denkt, irrt.

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Wer waren die Shaker?

Die Shaker waren eine freikirchliche Glaubensgemeinschaft, die vornehmlich die Ostküste der USA besiedelte. Obwohl ihre Hochzeit im 18. Jahrhundert war, ist ihr Einfluss bis heute spürbar. Die Shaker waren bekannt für ihre selbst gebauten, schlichten Möbel, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände aus Naturholz wie Ahorn, Kirsche oder Kiefer. Darüber hinaus wird ihnen nachgesagt, den Einbauschrank erfunden zu haben. Als eine Art Vorreiter für den modernen Minimalismus, feiert ihr ganz eigener Einrichtungsstil heute ein Comeback. Übrigens: Originale Shaker-Möbel ist eine echte Rarität und extrem wertvoll.

Ordnung und Bescheidenheit – die Tugenden der Shaker

Als sehr religiöse Gemeinschaft waren die Shaker naturgemäß überaus bescheiden. Das gipfelte sogar soweit, dass niemand der Anhänger über ein Privatvermögen verfügte. Ihre Häuser galten daher als einfach und schmucklos – „Luxus“ suchte man bei den Shakern vergebens. Daraus leitete sich ein Wohnstil ab, der vor allem auf Ordnung und einem funktionalen Design beruhte. Streng genommen kann dieser sogar heute als Vorbild für den Skandinavischen Stil gelten, auch wenn die Schweden, Finnen, Dänen und Norweger durchaus Wert auf Gemütlichkeit legt. Gemeinsam haben beide Einrichtungsstile aber die Liebe zu Naturhölzern und traditioneller Handwerkskunst. Beim Shaker-Stil erstreckt sich das sogar von den klassischen Wohnmöbeln zu Utenstilien und Haushaltsgegenständen aller Art. Ob Kochlöffel oder Geschirr: (möglichst unbehandeltes) Holz ist Trumpf, eine funktionale Form ohne Schnörkel selbstverständlich.

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