Die besten Einrichtungstipps für einen gelungenen Retro-Look

Der Retro Stil ist vor allem eines: auffällig. Farben und Formen der 50er und 60er Jahre dominieren die Einrichtung und werden mit authentischen Accessoires, grafischen Prints sowie schlichten Holzmöbeln wirkungsvoll ergänzt.

Wir verraten, wie Sie den Retro Stil bei sich Zuhause bestmöglich umsetzen und welche Einrichtungsgegenstände in die Kategorie Must-have gehören.

Retro Stil – das zeichnet in aus

Der typische Retro Stil erinnert stark an den Mid Century Style. Beide haben eines gemeinsam: sie nehmen uns mit auf eine Zeitreise in die 50er und 60er Jahre. Vor allem Fans der Serie „Mad Man“ begeistert der unkonventionelle Look, bei dem außergewöhnliche Formen und satte Farben vorherrschen.

Wer den Retro Look perfekt umsetzen will, sollte den Stil von damals dennoch (zumindest etwas) in die heutige Zeit übertragen. Bloßes Kopieren der 50er und 60er Jahre Einrichtungskonzepte ist out, eine moderne Interpretation der Möbel und Raumideen von damals ist in. Besonders gelungen sind wirkungsvolle Kombinationen aus modernen Elementen und Klassikern von früher.

Typisch für den Retro-Look: organische Formen

Einer der wohl bekanntesten Vertreter des Retro Styles ist der Nierentisch, der sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Er steht exemplarisch für eines der prominentesten Charakteristika des beliebten Einrichtungsstils: organische Formen. Schwungvoll und unkonventionell lautet hier die Devise – zumindest was Beistelltische, Stühle und Polstermöbel angeht. Lediglich bei den Kommoden und Sideboards hält sich der Look etwas mehr zurück und stellt gerade Linien in den Fokus – dafür finden dann bunte Vasen oder authentische Accessoires wie z. B. ein Plattenspieler oder der Kay Bojesen Affe Platz auf ihnen. Unabhängig davon gilt aber: erlaubt ist, was gefällt und Form-Experimente sind ausdrücklich erwünscht.

Der Affe von Kay Bojesen © Rosendahl (70 - 1.475 €)

Bunt, bunt, bunt sind alle Retro-Farben?

Das stimmt nur zum Teil. Generell gehören knallige Farben durchaus zu einem der Hauptmerkmale des Retro Stils. Aber: auch Natur- und Pastelltöne gelten als typisch und geben den auffälligen Stücken den passenden Rahmen. Gerade beim Thema Wandfarben oder Tapeten scheuen viele beispielsweise vor den Extremen  wie Gelb und Orange.

 

Das ist aber kein Problem. Setzen Sie einfach erdige und gedeckte Farben für die Wände ein und schaffen Sie den authentischen 60er Jahre Look über entsprechende Möbel und vor allem Accessoires. Auch ein kontrastreicher Schwarz-Weiß-Look (ebenfalls bekannt als „Schachbrett-Stil“) ist im Sinne des Retro Styles erlaubt, sollte dann aber um einige ausdrucksstarke Eyecatcher ergänzt werden.

Unverkennbar Retro: Grafische Muster & Pop Art

Ebenfalls typisch für den Retro Stil: grafische (bunte) Muster. Egal ob in Form von Gemälden, Postern und Prints an der Wand oder auch bei Heimtextilien wie Vorhängen, Decken, Kissen oder Teppichen. Erst die charakteristischen Muster aus geometrischen Formen verleihen einer Einrichtung im Retro-Look den finalen Schliff. Achten Sie im Zweifel nur darauf, dass das Gesamtbild nicht zu extrem und unruhig wird. Haben Sie beispielsweise schon knallige Accessoires wie Vasen oder Leuchten eingesetzt, halten Sie es bei gemusterten Kissen oder Drucken lieber ein- bis zweifarbig.

Alternativ oder parallel dazu stellt Pop-Art Kunst ein weiteres Charakteristika der 50er und 60er Jahre dar und eignet sich daher ideal für den Einsatz in einem Retro-Einrichungskonzept. Die bunte Kunstrichtung, die quasi unabhängig voneinander in den USA und Großbritannien entstand, bevor sie ihren Siegeszug über den Globus antrat, ist vor allem für Comic-Fans und Freunde einer bunten Farbgestaltung attraktiv. Trauen Sie sich einfach einmal. Bezeichnet sind Motive aus der Alltagskultur, des Konsums und der Werbung. Personen (meist Frauen) werden oft mit Sprechblasen und farbenfrohem Make-up sowie bunter Kleidung dargestellt.

© sofiapink – stock.adobe.com

Materialien & Möbel im Retro Stil

Wer glaubt, der 50er/60er Jahre Lookl bestünde vor allem aus buntem Plastik, irrt gewaltig. Tatsächlich waren es die Skandinavier, die mit ihren Designs auch deutsche Gestalter zu Möbeln und Accessoires aus Massivholz inspirierten und so unbewusst den Retro-Look mitprägten. Typisch sind daher bis heute Formholzmöbel aus Hölzern wie Eiche, Buche und vor allem Teak, das aufgrund seiner dunkeln Farbgebung einen hervorragenden Kontrast zu den knalligen Farben und Mustern darstellt.

 

Bei Polstermöbeln darf hochwertiges Leder nicht fehlen, so vor allem bei den in den 50er und 60er Jahren äußerst beliebten Clubsofas und Chesterfieldsesseln wie in unserem Beispiel vom Modell Haussmann 310. Ganz anders sieht es aber dafür bei Stühlen oder auch Sitzsäcken aus, die in den 60er Jahren in nahezu keinem Haushalt fehlen durften. Als kultige Klassiker gelten heute neben dem „Sacco“ auch beispielsweise der aufblasbare Sessel „Blow“ vom Designbüro DDL oder der Kunststoff-Stuhl Panton-Chair von Vitra, der im Jahr 1960 seine Premiere feierte.

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