Untergrundstadt Montréal – Mekka für Architekturliebhaber

Montréal ist die zweitgrößte Stadt Kanadas. Ihren Namen verdankt sie ihrem Hausberg, dem Mont Royal. Zusammen mit den unzähligen Hochhäusern prägt dieser Berg das Antlitz der Stadt und ermöglicht seinen Besuchern einen eindrucksvollen Blick über ihre Dächer.

In Sachen Design hat Montréal die Nase vor allem bei der Innenarchitektur vorne. Es finden sich jedoch auch jede Menge architektonische und kulinarische Leckerbissen entlang der Straßen. Wie wichtig Design für Montréal ist, wird bei einem Blick auf die angebotenen Studiengänge deutlich: An vier Universitäten kann man Design und Architektur oder auch Städteplanung studieren.

Eine Messe für Designliebhaber

Dass ausgerechnet in Montréal eine Messe mit dem klingenden Namen „International Fair of Interior Design“ veranstaltet wird, kommt sicher nicht von ungefähr. Architektur, Dekoration, Kunstwerke, Leuchten, Accessoires, Landschaftsgestaltung, Möbel, Schreibwaren, lokale Produkte – all das finden Designliebhaber auf dieser Messe. Hier fällte es nicht schwer, die passende Dekoration für das eigene Wohnzimmer zu finden, sondern vielmehr, den Geldbeutel nicht übermäßig zu strapazieren.

Auf Zeitreise in Montréal

Montréal kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Und diese ist, in Form von Architektur, in Montréals Altstadt auch heute noch lebendig. Bei einem Spaziergang über eine der vielen kopfsteingepflasterten Straßen fühlt man sich schnell wie auf einer Zeitreise. Man kann sich das hektische Treiben zu Zeiten, zu denen noch keine Autos durch die Straßen fuhren, lebhaft vorstellen. Wer keine Lust auf einen Fußmarsch hat, kann sich auch ganz bequem und stilecht per Pferdekutsche durch die altehrwürdigen Straßen fahren lassen.

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Architektonische Meisterleistungen

Das St.-Josefs-Oratorium verfügt – nach dem Petersdom in Rom – über die zweithöchste Kapellenkuppel der Welt. Außerdem ist sie Heimat einer der 10 prestigeträchtigsten Orgeln weltweit.

Ebenso wie die historischen Gebäude zum Stadtbild von Montréal gehören, tun dies auch die vielen modernen Bauten. Unter den neuzeitlichen Gebäuden sticht das Olympiastadium heraus, in welchem 1976 die Olympischen Sommerspiele stattfanden. „The Big O“, wie das Stadium von den Einheimischen aufgrund seiner Form liebevoll genannt wird, beheimatet einen architektonischen Leckerbissen. Hier befindet sich der höchste geneigte Turm der Welt, der, im Gegensatz zum Schiefen Turm von Pisa, jedoch absichtlich so gebaut wurde.

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Ein weiteres architektonisches Highlight stellt das Biosphère dar. Bei der Weltausstellung Expo 67 präsentierte sich die USA in dieser geodätischen Kuppel aus Stahlrohren mit einem Durchmesser von 76 Metern nach den Entwürfen des Architekten Richard Buckminster Fuller. Die damals eigens verbaute, 37 Meter lange Rolltreppe, stellte zu diesem Zeitpunkt einen Weltrekord dar. In der Zwischenzeit hat sich das Gebäude zu einem Kultsymbol Montréals entwickelt. Seit dem Jahr 1995 beherbergt es das Wasser- und Umweltmuseum, in dem sich alles um die Themen Nachhaltigkeit und Ökosysteme dreht.

Ein unterirdisches Straßennetz

Der Untergrund Montréals wird von einem etwa 33 Kilometer langen Netz an Gehwegen durchzogen. Vor allem im Winter, wenn es auf den oberirdischen Straßen kalt und ungemütlich ist, nutzen die Einwohner Montréals die unterirdischen Wege in der Innenstadt, um zum Büro oder zur Bahn zu kommen oder ihre Einkäufe zu erledigen. Denn inzwischen finden sich hier um die 2.000 Läden, 10 bedeutende Hotels, Museen, Theater und Universitäten. Kein Wunder, dass in diesem Zusammenhang auch von „der Stadt im Untergrund“ gesprochen wird.

Für Shopping Queens und Kings

Shopping wird vor allem in der Einkaufsstraße Sainte-Catherine großgeschrieben. Hier sind sowohl internationale Marken als auch lokale Einzelhändler vertreten. Obwohl auch das Art déco-Gebäude des Marché Atwater einen Besuch wert ist, dreht sich hier ausnahmsweise einmal nicht alles um rein visuelle, architektonische Genüsse. Vielmehr werden auf dem Markt von Atwater lokale Delikatessen angeboten. Denn auch auf dem Gebiet der Kulinarik hat Montréal einiges zu bieten. Wem der Marché Atwater zu klein ist, der kann sich in das Getümmel des Marché Jean-Talon stürzen, dem größten und multikulturellsten Markt der Stadt.

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