Das Einmaleins der Ledermöbel-Pflege

Hochwertiges Leder ist eines der edelsten (und teuersten) Materialien. Es kommt vor allem bei Polstermöbeln wie Sofas, Sesseln, Liegen, Hockern und Stühlen zum Einsatz. Damit die Ledermöbel aber auch über die Jahre ihre angenehme, weiche Haptik bewahren und dauerhaft schön aussehen, müssen sie regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. 

Die richtige Lederpflege – darum ist sie so wichtig

Bei echtem Leder handelt es sich um ein reines Naturprodukt, das nicht in der Lage ist, sich selbst zu regenerieren. Aus diesem Grund ist nicht nur eine fachgerechte Reinigung notwendig, sondern auch eine regelmäßige Pflege. Damit wird gewährleistet, dass dem Leder essentielle Pflege- und Feuchtigkeitswirkstoffe zugeführt werden – nur so bleibt es so schön und weich wie am ersten Tag. Wer hingegen die Ledermöbel-Pflege vernachlässigt, riskiert Folgen wie ein Austrocknen des Materials oder Farbverlust.

 

Lederpflege bei Sofas

© Leolux

lederpflegeIndividuelle Pflege für jede Lederart

Es gibt verschiedene Leder-Arten und jede benötigt eine individuelle Pflege. Der einfache Grund: Die Arten unterscheiden sich teilweise stark in ihren Materialeigenschaften. So ist beispielsweise Anilinleder besonders atmungsaktiv und offenporig. Dadurch ist es gleichzeitig aber auch anfälliger als andere Lederarten und benötigt eine intensive Pflege. Pigmentiertes Leder wiederum wird durch die aufgetragene Farbschicht vor vielen Umwelteinflüssen geschützt. Hier sollte das entsprechende Lederpflegemittel nicht zu stark rückfetten, sondern vielmehr Feuchtigkeit spenden.

Im Folgenden gehen wir auf die unterschiedlichen Lederarten und jeweils beste Pflege ein. Grundsätzlich aber sollte das Pflegemittel für Ledermöbel immer Folgendes gewährleisten:

 

  • sanfte, aber dennoch gründliche Reinigung
  • gute Feuchtigkeitsversorgung
  • passende Rückfettung
  • schützende Imprägnierung
  • effektiver Lichtschutz für den Farberhalt
Pigmentiertes Leder

Bei dieser Art handelt es sich um Leder, das nach dem Gerben und Färben mit einer zusätzlichen Farbschicht überzogen wird. Wie dick diese ist, hängt von der Beschaffenheit des Leders im Rohzustand ab. Durch die zusätzliche Pigmentierung sind Unebenheiten oder „Schäden“ (beispielsweise durch Brandzeichen, Insektenstiche usw.) nicht mehr sichtbar. Auch die Poren und die individuelle Hautstruktur werden nahezu unsichtbar. Sofern die Farbschicht das natürlich Hautbild vollständig überdeckt, wird oftmals ein künstliches Narbenbild aufgeprägt, das eine natürliche Struktur oder die anderer Tierarten (Strauß, Krokodil) imitiert.

Glattleder mit einer besonders starken Farbpigmentierung ist größtenteils verantwortlich für die „Vorurteile“ gegenüber Ledermöbeln wie beispielsweise Kälte oder ein unangenehmes Gefühl beim Schwitzen. Auf der anderen Seite bietet diese Art der Oberflächenbehandlung aber auch wirksamen Schutz gegen Flecken und lässt sich leicht reinigen.

Pigmentiertes Leder ist die am häufigsten verwendete Art bei Ledermöbeln wie Sofas, Sesseln usw. Es gilt als besonders alltagstauglich, robust und pflegeleicht.

Anilinleder

Als Anilinleder werden naturbelassene Glattleder bezeichnet, die besonders hochwertig sind. Sie können von unterschiedlichen Tierarten stammen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie das natürliche Hautbild wiedergeben. Die Färbung erfolgt dabei ausschließlich über eine simple Fassfärbung mit löslichen Farbstoffen und die Poren bleiben vollständig geöffnet. Anilinledersofas, -sessel und Co. verfügen daher über einen sehr authentischen und individuellen Charakter. Hautfalten, Narben und andere Unebenheiten sind im Gegensatz zu Möbeln mit pigmentiertem Leder gut zu erkennen. Je makelloser und ebener das Oberflächenbild, desto „besser“ ist bzw. war das Hautbild des Tieres.

Polstermöbel, die mit Anilinleder bezogen sind, sind besonders atmungsaktiv und geschmeidig. Ihr Look gilt als sehr edel und repräsentativ, weswegen man Anilinledersofas und -sessel vornehmlich im gehobenen Segment findet. Aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit, sind solche Möbel aber auch empfindlicher als Modelle mit pigmentiertem Glattleder und eignen sich beispielsweise nicht unbedingt für Haushalte mit (kleinen) Kindern. Eine Alternative zu Polstermöbeln mit reinem Anilinleder können Modelle mit Semi-Anilinleder sein. Sie vereinen die Eigenschaften von Glattleder sowie reinem Anilin und sind damit etwas robuster und unempfindlicher gegenüber Flecken und Feuchtigkeit.

Ein besonderer Augenmerk gilt aber immer der richtigen Anilinleder-Pflege. Das hochwertige Naturmaterial sollte durch entsprechende Pflegemittel vor dem Ausbleichen und Austrocknen geschützt werden. Dazu gibt es neben speziellen Reinigungs- und Pflegemitteln für die Lederpflege von Anilin-Möbeln auch so genannte Farbauffrischungslotionen, die individuell zusammengemischt werden. Anilinleder muss regelmäßig gereinigt, imprägniert und gepflegt werden. Bei der Auswahl der entsprechenden Pflegemittel sollten Sie unbedingt darauf achten, dass selbige für Anilinmöbel geeignet sind und über eine hohe Rückfettung verfügen. Auch Produkte mit Lichtschutzfaktor bieten sich an, sollte das Möbel an einem Platz stehen, der der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

 

Saddle-Leder

Saddle-Leder ist ein Anilin- oder Semi-Anilinleder, das nachträglich gewachst wird. Es wird umgangssprachlich auch als „Fettleder“, „Ölleder“ oder „Pull-up Leder“ bezeichnet. Die Oberfläche ist besonders anschmiegsam und warm. Es wird oft für Möbel verwendet, die sich einen antiken Vintagelook auszeichnen sollen und im Laufe der Zeit die so genannte Patina erhalten. Bei der Auswahl der geeigneten Lederpflege ist auf einen entsprechenden Wachsanteil zu achten, der die besondere Geschmeidigkeit und Haptik des Saddle-Leder erhält.

 

Nubukleder

Das Nubukleder stammt vornehmlich von Rind oder Kalb und war bei Möbeln besonders in den 1980er und 1990er Jahre sehr beliebt. Nubukleder werden auf der glatten Seite angeschliffen und erhalten dadurch eine samtige Oberfläche. Nubukleder ist besonders weich und verfügt über eine verhältnismäßig hohe Atmungsaktivität. Gleichzeitig ist das Material durch die raue Oberfläche aber auch empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Flecken, weswegen die Lederpflege unbedingt auf diese Lederart abgestimmt sein sollte. Bevor Sie entsprechende Lederreinigungsmittel anwenden, sollten Sie Staub und Schmutz auf Ihrem Nubukledermöbel zunächst vorsichtig abbürsten. Im Anschluss an die Reinigung empfiehlt sich eine Imprägnierung mit Lichtschutzfaktor, die die Wasseraufnahmefähigkeit minimiert und vor Ausbleichen schützt.

 

Lederreinigungsmittel & Lederpflege

Achten Sie darauf, ausschließlich Produkte seriöser Anbieter für Ihre Ledermöbel-Pflege zu verwenden. Viele Hersteller anspruchsvoller Ledermöbel wie beispielsweise Rolf Benz, geben auf ihren eigenen FAQ-Seiten Antworten auf alle Fragen zur Pflege von Sofa, Sessel und Co. und empfehlen auch bestimmte Lederreinigungs- und Pflegemittel-Marken. Bedenken Sie, dass unter Umständen Garantie-Ansprüche leiden könnten, wenn Sie beispielsweise Ihr Rolf Benz Sofa mit Reinigungsmitteln oder Pflegemitteln behandelt haben, die nicht ausdrücklich für die Lederpflege bestimmt sind.

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