Die KonMari Methode – Marie Kondo mistet aus

Die KonMari Methode, ein Aufräum-Prinzip der japanischen Bestseller-Autorin Marie Kondo, ist derzeit in aller Munde. Die radikalen Regeln zum Ausmisten der selbst ernannten „Ordnungsberaterin“ sorgen weltweit für Aufsehen. Daran beteiligt: der Streaming-Anbieter Netflix, der die Doku-Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“ produziert hat. 

Wir stellen die wichtigsten Prinzipien der KonMari Methode vor. Was Sie selbst daraus in Ihrem Zuhause machen, bleibt dann Ihnen überlassen.

„Aufräumen mit Marie Kondo“ – oder kurz: Rundum-Schlag KonMari Methode

Dem ein oder anderen Netflix-Nutzer wird in den vergangenen Wochen der prominent platzierte Trailer zur achtteiligen Sendung „Aufräumen mit Marie Kondo“ aufgefallen sein. Und wer selbigen (und damit auch die Serie) bislang ignoriert hat, für den hier kurz das Prinzip der TV-Show. Die Ordnungsberaterin und Autorin des internationalen Bestsellers „Aufräumen mit Marie Kondo“ unterstützt „Menschen an Scheidewegen“ dabei, die Wohnung, das Haus oder gar das ganze Leben zu entrümpeln. Das erklärte Ziel: wieder Freude am eigenen Zuhause haben und den Wohlfühlfaktor zu erhöhen.

Die einzelnen Prinzipien und Regeln mögen bisweilen recht radikal wirken, die Protagonisten der Serie trifft der „Rundum-Schlag“ jedenfalls verhältnismäßig hart. Dennoch kann theoretisch jedermann den Grundsätzen der KonMari Methode zumindest einen Teil abgewinnen. Wir stellen sie daher jetzt vor.

KonMari Regel 1: Reihenfolge der Aufräum-Aktion definieren

Ordnungsfanatikerin Marie Kondo schwört auf eine durchdachte Organisation. Ihre Empfehlung für alle Entrümplungswilligen: das Festlegen einer bestimmten Reihenfolge. Idealerweise startet das Aufräumen in einem Bereich, in dem das Wegwerfen nicht allzu „schwer“ und emotional belastend ist. Also Kinderfotos zum Schluss, die Kleidung von vor 20 Jahren zuerst. 

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© Raumplus

Schritt für Schritt arbeitet man sich dann von Kategorie zu Kategorie. Ebenso wichtig: nach Kategorien und nicht nach Zimmern vorgehen. Beispiel Kleidung: wer den Kleiderschrank entrümpelt, kümmert sich anschließend um die Garderobe, den Kinderzimmer-Kleiderschrank oder die im Keller eingelagerte Winter-Kleidung.

KonMari Regel 2: Garaus dem „Komono“

Marie Kondo bezeichnet den typischen „Kleinkram“, der sich in jedem Haushalt befindet, als „Komono“. Ihre klare Haltung: Ausmisten und Wegwerfen. Denn das generelle Problem mit Unterlagen, Accessoires, Kosmetik-Artikeln, Give-aways und Kleingeräten kennt wohl jeder: im Laufe der Jahre wächst der „Kleinkram“ zu einer stattlichen „Haufen-Größe“ à la Ludolf. Auch hier geht die Königen des Ausmistens wie gehabt vor: zunächst widmet man sich den Artikeln, bei denen das Wegwerfen leichter fällt. Erinnerungsstücke wie Fotos, Briefe oder Einladungen bilden den Schluss.

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© Raumplus

KonMari Regel 3: „Sparking Joy“ beim „Magic Cleaning“

Auch wer durchaus gewillt ist, gründlich auszumisten, stößt bisweilen an seine Grenzen. Oft fällt die Entscheidung für das Behalten oder für das Wegwerfen dann am Ende doch sehr schwer. Maximal kennt man noch das Kleidungs-Prinzip „Was man innerhalb eines Jahres nicht einmal getragen hat, gehört in den Altkleider-Container.“

Für Marie Kondo ist die Entscheidung sogar noch leichter. Sie stellt die Frage: „Was spüren Sie, wenn Sie das Objekt in die Hand nehmen und betrachten?“ Löst es Glückgefühle aus, darf es bleiben. Empfindet man nichts, wandert es in die Tonne. Die Ordnungsexpertin behauptet sogar, dass satte 2/3 aller Dinge im Haushalt auf Basis dieses Prinzips entsorgt werden können (und sollten). Das gilt zum Beispiel auch für Geschenke, die keine Glücksgefühle auslösen. Im Umkehrschluss bedeutet diese Vorgehensweise nämlich auch, sich nur noch mit den Dingen zu umgeben, die einen glücklich machen. Diesen Grundsatz findet man beispielsweise auch im Hygge Prinzip wieder. Dennoch darf und sollte man sich laut Kondo von den ausgemisteten Sachen verabschieden und ihnen für ihre Dienste danken. Vielleicht hilft diese Spiritualität dann auch über den Verlustschmerz hinweg.

KonMari Regel 4: Alles hat seinen Platz und seine Ordnung

Nach dem Wegwerfen ist vor der Neuorganisation. Definieren Sie für alle Dinge einen festen Platz in der Wohnung. Das gilt übergreifend vom Teelicht-Halter bis zur Küchenrolle. Denn wer sich einmal an die feste Ordnung gewöhnt hat, sorgt irgendwann selbst automatisch für ihren Erhalt. So zumindest die Annahme der japanischen Autorin und Beraterin. Die Konsequenz daraus ist aber schlüssig: statt alle paar Wochen eine stundenlange Aufräum-Aktion zu starten, werden nahezu alle Dinge nach ihrer Nutzung einfach wieder direkt an den Platz gestellt. Eigentlich ganz einfach.

KonMari Regel 5: Bewusst kaufen

Mehr Prävention als „Live-Hack“ ist der letzte Tipp. Um zu vermeiden, kurze Zeit nach der großen Aufräum-Aktion wieder im Chaos zu versinken, sollte das eigene Konsum- und Kaufverhalten überdacht werden. Genau wie beim Ausmisten gilt auch beim Einkauf die Frage nach dem „Sparking Joy“. 

Der eben genannte Achtsamkeitsgedanke und das Wertschätzen des eigenen Besitzes haben einen schönen Nebeneffekt: Sie werden sich in Zukunft zweimal überlegen, was und ob Sie überhaupt etwas Neues brauchen. Stellen Sie sich im Einkaufszentrum oder in der Boutique die zierliche Marie auf Ihrer Schulter vor, die fragt: „Macht dir dieses Teil wirklich Freude? Rollt eine Welle des Glücks auf dich zu, wenn Du es in der Hand hältst?“ Sie werden sehen: Sie kaufen automatisch weniger! 

So kann sich nichts ansammeln, das dann wiederum zu Chaos im Haus führt – und im Kopf. Denn das Abwerfen von Ballast im Außen bewirkt ja vor allem eins: Ordnung im Inneren. Und so führt die KonMari-Methode ganz automatisch auch in anderen Bereichen zu einem viel bewussteren und glücklicheren Leben.

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