Wohnen im Kolonialstil

Beim Kolonialstil verschmelzen unterschiedliche Kulturen zu einem einzigartigen Wohnkonzept – geprägt durch opulente Massivholzmöbel, gemusterte Textilien, warme Farben und exotische Accessoires.

Wie Sie den Kolonialstil bei sich zu Hause umsetzen und worauf es bei der Entscheidung für Materialien, Formen und Möbel ankommt, verraten wir jetzt.

Einrichten im Kolonialstil – die Basics

Um zu verstehen, was den Kolonialstil auszeichnet, ist ein wenig geschichtlicher Hintergrund nötig. Als die Europäer – vornehmlich die Briten, Spanier, Portugiesen und Franzosen – Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sowie die Karibik entdecken (und unterwarfen), brachten sie logischerweise ihre heimischen Bau- und Wohnstile mit, weshalb sich in den ehemaligen Kolonien noch heute Bauten befinden, die von der Renaissance bis zum Barock nahezu die ganze kunsthistorische und epochale Bandbreite Europas abdecken.

Kolonialstil

© chris – stock.adobe.com

Schon kurze Zeit später mixte sich Altbewährtes mit den neuen, unbekannten Einflüssen. Vor allem beim Möbelbau wurde das schnell spürbar. Die Kolonialisten erkannten beispielsweise schnell die Vorteile von Tropenhölzern wie Mahagoni und Teak, weswegen Massivholzmöbel aus Edelhölzern bis heute prägend für diesen Einrichtungsstil sind. Aber auch andere Naturmaterialien kommen zum Einsatz – mehr dazu jetzt. 

kolonialstil esszimmer

© Form Exclusiv

Materialien & Möbel im Kolonial-Stil

Möbel im Kolonialstil bestehen vornehmlich aus dunklen Hölzern. Selbige werden häufig mittels spezieller Beiz-Verfahren behandelt, um die gewünschte Farbgebung zu erzielen. Sanfte Rundungen können vorhanden sein, bevorzugt werden aber eher relativ „kastige“ Möbel, die dafür mit Schnitzereien oder innen liegenden Rahmen verziert sein können – siehe unser Bildbeispiel von Form Exclusiv. Vitrinen, Sekretäre und hohe Kommoden gelten dabei als klassisch für den kolonialen Wohnstil.

Bei Polstermöbeln kommt vorzugsweise hochwertiges Naturleder zum Einsatz, überhaupt stehen natürliche Materialien an erster Stelle. Ob Bambus, Sisal, Seide oder Kokosfasern – die Möglichkeiten sind vielfältig, solange ein exotischer Mix entsteht.

Farben & Muster

„Geht nicht, gibt´s nicht“ – in etwa so lässt sich das Motto bezüglich der Farben und Muster beschreiben. Während die dunklen Möbel dem Raum einen gesetzten Rahmen geben, darf bei den Wandfarben und Heimtextilien gern experimentiert werden. Weiße Wände sind dabei weniger gefragt, ebenso Zurückhaltung. Ob asiatische Blütenmotive, ein „Best of“ der karibischen Flora und Fauna oder afrikanischens Toile-de-Jouy-Design bleibt dabei ganz Ihnen überlassen.

schlafzimmer im kolonialstil

© Form Exclusiv

Unser Tipp: Entscheiden Sie sich aber für typische Farben und Muster aus einer Region. Indonesische Seide kann neben afrikanischen Savanne-Farben dann doch schnell zu einem kolonialen Overkill führen. Inneneinrichter empfehlen, ein verbindendes Element wie z. B. ein bestimmtes Muster oder eine Farbpalette zu wählen und dieses dann übergeordnet einzusetzen.

deko im kolonialstil

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Dekoration & Wandgestaltung

Da Kolonial-Möbel in der Regel extrem dunkel sind, sollten Sie Dekorationsartikel wählen, die den Raum „erhellen“ – beispielsweise Heimtextilien aus Leinen, Deko aus Rattan oder elfenbeinfarbene Skulpturen. Darüber hinaus sind exotische Pflanzen wie Palmen, Drachenbäume oder Orchideen ein Muss. Kombiniert wird all das mit Weltenbummler-Accessoires wie großen Wandlandkarten oder einem nostalgischen Globus.

Auch ein alter Lederkoffer kann gut als korrespondierendes Deko-Element eingesetzt werden und bietet zudem auch eine praktische Ablagefläche. On top finden natürlich auch Mitbringsel Ihrer eigenen Reisen einen Platz.

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