Kauri-Möbel – edel, selten und heiß begehrt

Eiche, Esche, Ahorn, Kauri … Moment. Kauri? Ja, Kauri. In unseren Gefilden weitestgehend (noch) unbekannt, zeichnet sich dieses einzigartige Holz durch absolute Eyecatcher-Attribute aus – und das bei einer Jahrtausend alten Geschichte und einer sehr begrenzten Verfügbarkeit.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das besondere Holz, die faszinierende Historie dahinter und schwierigen Bedingungen der Beschaffung und Verarbeitung.

Was ist Kauri-Holz?

Das Holz stammt überraschenderweise vom Kauri-Baum, der im Norden Neuseelands beheimatet ist und zwischen 30 und 50 Metern hoch wird. Das bekannteste Exemplar seiner Art und damit auch eine echte Touristen-Attraktion ist der ca. 1500 Jahre alte Tāne Mahuta mit einer Höhe von mehr als 51 und einem Stammumfang von knapp 14 Metern. Bei dem Holz dieser Bäume handelt es sich um ein sehr gradlinig gemasert Material mit braun-rötlicher Färbung, das sich durch eine enorme Stabilität auszeichnet und gleichzeitig leicht zu bearbeiten ist. Also eigentlich ideal für den Möbelbau. Warum aber nur wenigen Menschen hierzulande Kauri-Möbel bekannt sind und sich noch weniger in Besitz befinden, erklären wir jetzt.

Kauri – der Gott des Waldes

Der Kauri-Baum hat in Neuseeland eine ganz spezielle Bedeutung – vor allem für die Ureinwohner. Maoris bezeichnen die immergrünen Bäume als „Urväter aller Lebewesen“ und mussten viele Jahre lang zusehen, wie der Bestand immer weiter dezimiert wurde – angefangen durch die ersten europäischen Siedler. Aufgrund seiner Eigenschaften erfreute sich das stabile und gleichzeitig flexible Holz schnell großer Beliebtheit und wurde schon bald nicht mehr nur für den Schiffsbau, sondern auch für die Herstellung von Möbeln, Fässern, Wandtäfelungen, Eisenbahnschwellen und als Bauholz verwendet. Das bernsteinfarbene Harz bildete die Basis für Farben und Lacke in Zeiten vor der industriellen (und chemischen) Revolution. Das Ergebnis: Der Bestand der alten Bäume ging soweit zurück, dass die Kauris mittlerweile unter Naturschutz stehen. Heute dürfen die geschichtsträchtigen Bäume nur noch für rituelle Zwecke von den Maori höchstpersönlich gefällt werden.

Woher stammen Kauri-Möbel?

Wer sich jetzt zu Recht fragt, wie viele Rituale die Maori so im Schnitt durchführen und wie das für die Produktion der begehrten Möbel reichen soll, muss wissen: Heute erhältliche Möbel aus bzw. mit Kauri-Holz stammen von den so genannten Sumpf-Kauri. Bedeutet: Es handelt sich um Bäume, die irgendwann einmal im sumpfigen Untergrund Neuseelands versunken sind und in der Tiefe des Bodens konserviert wurden – bis sie eben wieder ausgegraben und verarbeitet werden. Und „irgendwann einmal“ bedeutet im Schnitt ungefähr 50.000 Jahre. Das Ausgraben der Bäume ist dabei extrem aufwendig, teuer und schwierig, da die Stämme oftmals zwischen 200 und 300 Tonnen wiegen und die Arbeiter mit extrem schweren Geräten anrücken müssen. Zudem ist jede neue Ausgrabungsstätte ein unternehmerisches Risiko, denn keiner kann vorher genau sagen, wie viele Exemplare (und in welchem Zustand) wieder das Licht der Welt erblicken. Und: Durch das regenreiche Klima Neuseelands ist eine Bergung der begehrten Bäume nur in der Trockenzeit möglich, während die Regenmonate für die ebenfalls enorm aufwendige Verarbeitung genutzt werden. All das sind die wesentlichen Gründe, warum die Möbel gleichermaßen exklusiv wie kostspielig sind.

Kauri-Möbel kaufen – nur beim Premium-Händler

Wer sich heute Möbel aus dem begehrten und seltenen Holz kaufen möchte, muss bei ausgewählten Herstellern und Händlern im gehobenen Segment Ausschau halten – beispielsweise bei der italienischen Premium-Marke Riva 1920, die sich unter anderem auf Tische aus Kauri spezialisiert und passend dazu ein interessantes Video über die aufwendigen Bedingungen der Bergung der mystischen Bäume veröffentlicht hat. Denn bis die engagierten Aufforstungs-Aktionen der Maori Früchte tragen, wird es wohl noch etwas zu lange dauern …

tisch aus kauri holz

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