Ein Blick in die Wohnung von Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld, einer der größten seiner Zunft, war unumstritten ein Genie – da waren sich Wegbegleiter, Fans und Medien einig. Genauso unumstritten war aber auch, dass er nicht der König der Herzen war. Ob Sprüche gegen Heidi Klum oder Jogginghosen-Träger: Karl nahm kein Blatt vor den Mund, das wusste jeder.

Nur wenige wussten aber, wie der Modezar eigentlich lebte. Wir lüften den Pariser Vorhang. 

Karl Lagerfelds Einrichtung – zwischen Renaissance & Purismus

Allgemein bekannt war, dass Lagerfeld eine Vielzahl historischer Antiquitäten besaß. Und zwar nicht irgendwelche. Unter anderem 12 Stühle von Louis XV oder ein Schrank von Louis XVI. Vor einigen Jahren versteigerte King Karl einen großen Teil seiner historischen Möbel – satte 6,5 Millionen Euro kamen damals zusammen. Für den Modezar, der jährlich (!) bis zu 40 Millionen verdient haben soll, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. 

Interessant in diesem Zusammenhang ist aber vor allem, dass sein letztes Einrichtungskonzept das komplette Gegenteil von Prunk, Protz und Versailles war. Vielmehr kühl und clean wirkte seine Pariser Wohnung. Von Schnörkeln oder Gemütlichkeit nicht die geringste Spur, stattdessen: Glas und Metall. 

Glas, Stahl und Alumium – so wohnte Karl Lagerfeld

Lagerfelds Pariser Apartment wirkt schon fast wie eine Art Labor oder Sanatorium. Er sei ständig von Farben umgeben, deswegen ziehe er in den eigenen vier Wänden einen möglichst neutralen Look vor, so King Karl. Glas und Transparenz wollte er haben. Bekam er auch. Schließlich sei auch seine Wohnung nur ein „Platz zum Schlafen, Arbeiten und Baden“.

Die Küche

Komplett aus Edelstahl, im Kühlschrank ausschließlich Cola Light. Zum Frühstück gab es Protein-Shakes mit Schokoladen-Geschmack und gedämpfte Äpfel, das Mittagessen fiel in der Regel aus. Falls King Karl doch Hunger verspürte, ließ er sich etwas liefern. Katze Choupette erhielt ihre Mahlzeiten regelmäßig und waren ihre beiden Zofen nicht im Haus, füllte der Meister sogar höchstpersönlich den Napf. Er bezeichnete dieses „persönliche Kümmern“ als eine bisweilen amüsante Tätigkeit.

Die Bibliothek

Seine eigene Silhouette spiegelt sich in den Milchglasscheiben der Bibliothekslounge. Im Inneren befinden sich ein Chromstuhl von Marc Newson, zwei Hocker von Jasper Morrison und ein von Amanda Levete signiertes Ledersofa in futuristischen Formen. Mehr als 300.000 Bücher soll Lagerfeld übrigens besessen haben – exklusive seines eigenen Buchladens in Paris.

Das Badezimmer

Ultra-Weiß und hell erleuchtet. Im Zentrum steht der Waschtisch von Martin Szekely.

Das Wohnzimmer

Versenkbare Glas-Wände rahmen das Wohnzimmer des Modezaren ein. Auch hier tauchen wieder Möbel von Martin Szekely auf. Darüber hinaus stehen Stühle von Marc du Plantier, Ledersessel von Jean-Marie Massaud und Couchtische aus Glas und Aluminium von Established & Sons im Mittelpunkt der cleanen Einrichtung. 

© Photos by Karl Lagerfeld für AD France.

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