Der Industrial Look als neuer Einrichtungstrend

Der Industrial Style gewinnt mehr und mehr an Beliebtheit. Weg vom Perfektionismus, überzeugt der populäre Einrichtungsstil mit rauem Charme, Ecken, Kanten und einem ungewöhnlichen Materialmix. Dadurch hat sich der Industrial Look schon längst von Loft-Wohnungen in alten Fabrikhallen emanzipiert – auch wenn er dort nach wie vor die größte Wirkung erzeugt. Wir verraten, mit welchen Möbeln und Accessoires Sie den Industrial Style in Ihrem Zuhause umsetzen. 

Industrial Style – die Ästhetik des Unperfekten

Der Industrial Look zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er alles andere als perfekt und makellos ist. Im Gegenteil: (Teilweise) unverputzte Wände, sichtbare Backsteine, Unebenheiten, Abnutzungsspuren und „derbe“ Materialien sind charakteristisch für den beliebten Einrichtungstrend. Wer den Industrial Style will, muss Landhaus verabscheuen. Gardinen, geschwungene Formen und romantisch-verspielter Wohnaccessoires sucht man hier vergeblich. Stattdessen gilt alles als passend, was an einen Lagerraum, eine Werkstatt oder eine Fabrikhalle erinnert.

Industrial Look – der Ursprung

Um den Industrial Style zu verstehen, muss man wissen, woher er kommt. Ursprung des Einrichtungskonzepts sind tatsächlich ehemalige Fabrikhallen und Werkstätten, die irgendwann zu (Loft-)Wohnungen umgebaut wurden. Oftmals blieb trotz Umbaumaßnahmen der ursprüngliche Charakter des Gebäudes erhalten. Zu schön und unkonventionell waren die roten Backsteinmauern, zu perfekt-unperfekt die Metalltreppen und Sprossenfenster. Um den rauen Charme dieser umfunktionierten Lagerräume und Fabrikhallen zu unterstreichen statt ihn zu überdecken, wurde die Einrichtung entsprechend angepasst. Materialien wie Eisen, Alu und Beton nehmen die Pole-Position ein. Holz kommt eigentlich nur vor, wenn es alt und abgenutzt aussieht. Wer glänzendes Mahagoni liebt, ist hier falsch.

Die Materialien des Industrial Style

Wie bereits erwähnt geht es bei diesem Einrichtungskonzept rau und derb zu. Das heißt: Kein Hochglanz, kein Marmor, kein Chichi. Stattdessen setzt man auf robuste Materialien, die sich gerne abnutzen können, aber trotzdem stabil bleiben. Von Metallen wie Alu und Chrom bis Eisen über hartes Altholz bis hin zu blankem Beton – erlaubt ist alles, was das Gegenteil von filigran ist. Der so genannte „Used-Look“ ist hierbei elementarer Bestandteil. Bedeutet: bei den Polstermöbeln darf sogar das Leder bröckeln. Und auch der Lack vom Treppengeländer kann gern abblättern, denn perfekt ist hier nur, was unperfekt ist.

Industrial Möbel

Auch bei den Möbeln spiegelt sich das vorherrschende Materialkonzept wider. Bedeutet: Möbel, die vornehmlich oder zumindest in Teilen aus Metall, Stein und anderen robusten Materialien bestehen, sind das Maß der Dinge. Das können Metallstühle sein (gerne auch mit Sitzfläche aus Drahtgeflecht), Rollcontainer, Drehhocker, abgewetzte Ledersessel und -sofas oder Tische aus Altholz. Für die Formgebung gilt: Keine Schnörkel, keine verspielten Elemente. Stattdessen auf klare Linien und ein reduziertes Design setzen. Auch Objekte, die einen Do-it-yourself-Charme versprühen (Regale aus Weinkisten, Europaletten o. Ä.), sind erlaubt.

Farben, Textilien & Accessoires im Industrial Style

Die Einrichtung im Industrial Style sollte ganzheitlich umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang gibt es auch für Farben, Heimtextilien und Dekoration einige Grundregeln, die es zu beachten gilt.

Für die Farben gilt: weder zu grell, noch zu sanft. Die Bandbreite der Don’ts erstreckt sich daher von Neonpink bis zu Pastelltönen. Stattdessen stehen neutrale Farben im Fokus, die dem Rest der Einrichtung sowie den Möbeln den nötigen Raum geben. Von Schwarz, Weiß und Grau über ausgeblichene Blautöne bis hin zu Grün- oder Rotnuancen ist alles erlaubt, was wenig Aufmerksamkeit auf sich zieht und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt. Ergänzend dazu, sind Muster(tapeten) ein ebenfalls ein No-go.

Bei Stoffen im Allgemeinen und klassischen Heimtextilien im Besonderen gilt wieder: weniger ist mehr. Gardinen sind verpönt, ebenso Teppichboden. Eine Ausnahme bilden Vintage-Teppiche oder (Kunst-)Felle, die akzentuiert eingesetzt werden können. Wer auf Sofa-Decken nicht verzichten will, platziert hier Modelle aus grober Wolle oder Leinen.

In puncto Accessoires gilt hingegen der „Must-have“ Grundsatz. Erst durch die passende Deko wird das rustikale Fabrik-Ambiente auch gemütlich und heimelig. Bei der Auswahl der passenden Wohnaccessoires ist wieder ein Materialmix erlaubt. Kombinieren Sie beispielsweise schmiedeeiserne Kerzenständer (bitte schnörkellos) mit alten Lederkoffern, die als Beistelltisch dienen. Auch schwarze Industrielampen sind Pflicht. Akzente setzen Modelle, bei denen der innere Teil des Lampenschirms in Gold- oder Bronzetönen gehalten ist. Für kleine Beistelltische eignen sich hingegen Modelle, die die Glühbirne in ihrer Reinform zeigen.

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