Helsinki – moderne Vielfalt trifft betonte Lässigkeit

Die finnische Hauptstadt Helsinki ist mit gerade einmal 635.000 Einwohnern recht beschaulich für eine europäische Designmetropole, aber nicht minder facettenreich. Die Heimat von Designlegende Alvar Aalto gilt dabei als lässig, unkonventionell und einfach „anders“. 

Wir haben die Highlights und Hotspots für Ästheten, Kunstfans und Architekturbegeisterte zusammengestellt und präsentieren darüber hinaus einen eindrucksvollen Künstler, der derzeit die internationale Szene aufmischt.

Auf den Spuren Alvar Aaltos

Helsinki ist Heimat und Wirkungsstätte von Alvar Aalto, der als einer der größten Designer seiner Zeit gilt. Seine Spuren sind in der finnischen Hauptstadt allgegenwärtig. Da wäre zunächst die Finlandia-Halle, eines der prominentesten Wahrzeichen der Stadt und Konzert- sowie Kongressgebäude für knapp 1.800 Besucher. Der für Finnland typische Baustil zeichnet sich durch eine hohe Funktionalität aus und bietet einen lebhaften Kontrast zur sonst sehr melancholisch anmutenden Umgebung.

Aufgrund der rauen Klimaverhältnisse im hohen Norden, musste mittlerweile leider die meisten Marmorplatten der Außenfassade ersetzt werden. Trotzdem ist ein Besuch der Halle für Designliebhaber ein absolutes Muss. Wer nicht genug von Alvar Aalto kriegen kann und will, kann seine Helsinki-Expedition mit einem Besuch seines Studios im Stadtteil Vanha Munkkiniemi fortsetzen. Einen Blick in Aaltos Wohnhaus dürfen hingegen leider nur angekündigte Besucher erhaschen. Witziger Fakt am Rande: Der Besprechungsraum, in dem Aalta Kunden empfing, verfügt über eine kleine Treppe nach oben. War die Designlegende genervt von seinen Besucher, flüchtete er durch die angrenzende Tür über die Terrasse bis in sein Schlafzimmer. Und unten blieben verdutzt die wartenden Klienten sitzen.

Finnisches Industriedesign trifft Funktionalität

Der nächste Hotspot unserer Design-Tour durch die finnische Hauptstadt ist das Studio von Harri Koskinen. Der 1970 geborene Möbel- und Produktdesigner feierte seinen internationalen Durchbruch mit der „Blocklamp“ und gestaltete unter anderem für littala, Seiko, Genelec, Oluce und das Design House Stockholm. Koskinens Produkte zeichnen sich gleich durch mehrere Faktoren aus.

Zum einen sind sie die pure Verkörperung des Industriedesigns, zum anderen überraschen sie durch smarte Zweckentfremdung – oder haben Sie schon an anderen Stehlampen eine abnehmbare Taschenlampe vorgefunden? Ein Besuch des Studios des wohl aufstrebensten Jungsdesigners Nordeuropas, lohnt sich daher auf alle Fälle.

Tales of Moss People – die Skulpturen des Künstlers Kim Simonsson

In die Kategorie „einzigartig und verrückt“ fallen definitiv die Arbeiten von Kim Simonsson. Geboren und aufgewachsen in Helsinki, widmet sich der 1974 geborene Künstler der Skulpturkunst auf eine völlig neue und unkonventionelle Art. Seine „Moos Menschen“ haben dabei mittlerweile einen internationalen Bekanntheitsgrad erlangt und bereichen Kunstausstellungen auf der ganzen Welt.

Eigenen Aussagen zufolge begann Simonssons Leidenschaft für Skupturen bereits im zarten Kindesalter, als er im Winter einen Donald Duck formte, während seine Freunde einen klassischen Schneemann bauten. Der unkonventionelle Künstler und Hundeliebhaber gilt dabei als weltoffen und gewährt auf Anfrage exklusive Einblicke in sein Studio.

Pulsierendes Leben im Zentrum von Helsinki

Im Zentrum der Designmetropole treffen die Gegensätze aufeinander. Da wäre der berühmte Dom von Helsinki als typisches Wahrzeichen der Metropole und klassizistisches Architekturhighlight. Im Kontrast dazu stehen die klobigen 50er-Bauten – allen voran der Mannerheimintie an der Hauptverkehrsader der Innenstadt. Hier ist der perfekte Platz, um einen ereignisreichen Tag bei einem „snapsilasi“ (Schnapsglas) ausklingen zu lassen.

Zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés tummeln sich um den prominenten Glaspalast. Angrenzend befinden sich die Flaniermeile Esplanade und das Schwedische Theater, an dessen Bau Architektur- und Designlegende Eero Saarinen mitgewirkt hat. Und genau an diesem Platz sind alle Nachtschwärmer und Partyfans ebenfalls richtig. Das Teatteri, der angesagteste Club der Stadt mit den härtesten Türen, ist Dreh- und Angelpunkt für die Schönen und Reichen, die auf den überdachten Terrassen bis in die frühen Morgenstunden feiern.

Share This